Sitzung des UBMA am 29.04.2026
ANTRAG: Sofortmaßnahmen zur Erhöhung der Radverkehrssicherheit – Flächendeckende Roteinfärbung an Knotenpunkten
Sehr geehrter Herr BM Tschense,
die Fraktion der Grünen überreicht folgenden Beschlussvorschlag:
Der Umwelt-, Bau- und Mobilitätsausschuss beauftragt die Verwaltung, zur Erhöhung der Verkehrssicherheit und zur Vermeidung weiterer Abbiegeunfälle folgende Maßnahmen umzusetzen:
- Sofortmaßnahme Lippertor:
a) Die Radverkehrsfurten im gesamten Kreuzungsbereich Lippertor / Lipperoder Straße / Wiedenbrücker Straße sind umgehend großflächig rot einzufärben, um die Sichtbarkeit des Radverkehrs für rechtsabbiegende Fahrzeuge (insb. Lkw) drastisch zu erhöhen.
b) Es werden zudem sogenannte Trixi-Spiegel angebracht. - Stadtweites Kataster: Die Verwaltung erstellt eine Prioritätenliste aller Kreuzungen und Einmündungen im Stadtgebiet, die bisher keine Roteinfärbung aufweisen, und arbeitet diese sukzessive ab. Entsprechendes erfolgt hinsichtlich der Trixi-Spiegel.
- Standardvorgabe: Bei allen zukünftigen Markierungsarbeiten und Straßensanierungen in Lippstadt wird die Roteinfärbung der Radverkehrsfurten als verbindlicher Standard festgeschrieben.
Begründung:
Lippstadt steht unter dem Schock des jüngsten tödlichen Unfalls an der Kreuzung Lippertor. Ein rechtsabbiegender Lkw hat hier einen Radfahrer erfasst – ein Szenario, das trotz technischer Assistenzsysteme und Verkehrsregeln immer wieder zu schwersten Folgen führt. Dieser Unfall macht deutlich, dass die rein markierungstechnische Trennung durch weiße Linien an einem so hochfrequentierten Knotenpunkt nicht ausreicht.
Die Kreuzung am Lippertor ist durch das Zusammentreffen von Pendlerströmen, Schwerlastverkehr und Schulwegen eine der kritischsten Stellen in unserer Stadt. Eine flächendeckende Roteinfärbung der Radspuren im direkten Sichtbereich der Abbieger ist eine effiziente und schnell umsetzbare Maßnahme, um:
- Kontrast zu schaffen: Die Signalfarbe Rot hebt den Radweg deutlich vom grauen Asphalt ab und bricht die visuelle Routine der Autofahrer*innen.
- Psychologische Barrieren zu stärken: Rot signalisiert im Straßenverkehr „Achtung“ und „Gefahr“, was die Bremsbereitschaft und den Schulterblick fördert.
- Die Vision Zero umzusetzen: Als fahrradfreundliche Stadt muss Lippstadt den Anspruch haben, die Infrastruktur so sicher zu gestalten, dass menschliche Unaufmerksamkeit nicht direkt zum Tod führt.
An Ampeln oder Verkehrszeichen angebrachte Trixi-Spiegel ermöglichen Pkw- und Lkw-Fahrern, sich selbst und damit insbesondere den vorderen und rechten Bereich des eigenen Fahrzeugs wahrzunehmen und damit den sog. toten Winkel einsehbar zu machen.
Wir können nicht warten, bis die nächste Radverkehrsschau stattfindet oder langfristige Umbaumaßnahmen geplant sind. Die Sicherheit der Bürger*innen am Lippertor und darüber hinaus muss jetzt durch visuelle Klarheit verbessert werden.
Mit freundlichen Grüßen
Elisabeth Körner, Fraktionsvorsitzender,
Wolfram Barkey
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Auf Basis unseres Antrags wurde im UBMA u.a. folgendes einstimmig beschlossen:
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3. »Die Verwaltung wird beauftragt, die Roteinfärbung der Radverkehrsfurten an Kreuzungen und Einmündungen, die in der Straßenbaulast der Stadt Lippstadt liegen, sukzessive umzusetzen.«